Verbundenheit

Aufgrund der Schwerkraft ist immer ein Körperteil mit dem Boden oder einem Gegenstand verbunden. Oft nehmen wird diese Verbundenheit nicht wahr, weil sie selbstverständlich geworden ist. Spüre ich jetzt, während ich sitze und schreibe meine Sitzknochen am Sessel und meine Füße am Boden?

Und wenn ich stehe, sind mir dann die Auflageflächen meiner Füße am Boden bewusst?

Diese Frage animiert mich, aufzustehen und meine Fußsohlen zu spüren. Ich verlagere das Gewicht auf mein rechtes Bein und dann auf das linke Bein, dabei spüre ich, dass eine Seite schwerer wird und die andere leichter. Auf der schweren Seite öffne ich in Gedanken meine Fußsohlen und ich fühle, wie mein Körpergewicht in den Boden sinken kann. Das freigelassene Gewicht kreiert ein Gebilde, wie die Wurzeln eines Baumes.

In einem Tanzworkshop sollten wir uns gegenseitig umstoßen – meine größere und jüngere Partnerin hatte bei mir keine Chance. Obwohl ich klein und eher schmächtig bin, hat sie mich keine einziges mal auch nur einen Millimeter von meiner Stelle gerührt. Zu tief waren meine Wurzeln.

In meiner Praxis sehe ich regelmäßig einen Mann mit Bewegungseinschränkungen. Wenn er kommt, schafft er es kaum, einen Fuß vor den anderen zu stellen. Mühsam bewegt er sich vorwärts. Sobald ich neben ihm stehe, gewinnt er Sicherheit und die Bewegung wird leichter. Am Ende einer TRAGER® Sitzung geht er frei und mühelos.

Ein Rätsel hat sich aufgetan, als wir bemerkt haben, dass diese Sicherheit verschwindet, sobald ihn sein muskulöser Assistent stützt. Wir haben geforscht und ich habe entdeckt, dass ich mich ebenso unsicher fühle, wenn ich mit Muskelkraft von außen gestützt werde. Hier fehlt die Verbundenheit. 

Sicherheit entsteht durch Verbundenheit.